Foto:Landschaft in Medelsheim Medelsheim zählt derzeit rund 480 Einwohner und liegt fünf Kilometer von Gersheim entfernt. Archäologische Funde und Spuren sind in Medelsheim von der frühen Bronzezeit an bis zur untergehenden gallo-römischen Epoche nachweisbar.
   

Am 28. Juni 888 wird die frühe fränkische Siedlung „Medilinesheim" in einer Urkunde des ostfränkischen Königs Arnulf erstmals als Dorf bezeichnet. 1995 wurde Medelsheim im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" aufgrund seiner herausragenden Leistungen bei der Gestaltung und Pflege des Dorfes, der Landschaft und des Gemeinschaftslebens Sieger auf Bundesebene und mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

 

Kreuz-Rundwanderweg

In Medelsheim gibt es einen Kreuz-Rundwanderweg, der über vier Kilometer durch die landschaftlich reizvolle Parr an zwölf Wegekreuzen vorbeiführt. Ausgangspunkt ist die Pfarrkirche Medelsheim. Von ihr aus geht es, vorbei an den Stationen des Leidens Christi, hinauf zur Kreuzkapelle.

Foto des Kreuz-Rundwanderweges
   

Der weitere Weg führt vor den Klosterwald, über die Höhe entlang der "Duser Straße", dann durch die Schelmengrube wieder hinab ins Dorf zur Kreuzigungsgruppe unterhalb der Kirche. Das älteste Kreuz stammt aus dem Jahre 1611.

 

Seyweiler - der Ort erzählt über sich selbst


Auch als kleines Dorf mit derzeit 180 Einwohnern, habe ich eine reiche Geschichte: So zwischen 600 und 800 wurde von fränkischen Siedlern unter dem Sippenchef „Sibo“ hier ein „Weiler“ errichtet. Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit mein heutiger Name — Seyweiler.


Meine erste urkundliche Erwähnung war im Jahre 1307, als die hier wohnenden Eheleute Reyner und Gela eine Vermächtnis zugunsten des Abtes und des Klosters Werschweiler errichteten. Ein wenig stolz bin ich schon darauf, dass sich die Seyweiler Bauern mit den Bauern aus den umliegenden Dörfern 1525 dem „Herbitzheimer Haufen“ anschlossen und am Bauernaufstand beteilig-
ten, wenn auch die Sache schief ging und die Bauern in Zabern gewaltig eins auf die Mütze bekamen. Meine Geschichte über all die Jahrhunderte hinweg ist eng mit der meiner Schwestern Medelsheim und Peppenkum verbunden. Stets waren wir mehr oder minder brave Untertanen der gleichen Herrschaften, so der Grafen von Zweibrücken, des Hauses Österreich, der Fugger von Augsburg, der Grafen von der Leyen.

 

1816 wurden wir dem Königreich Bayern zugeordnet, was ich heute noch in guter Erinnerung habe, denn die bayerische Lebensart liegt den Dörfern in der Parr. Nicht gut erging es mir in den Kriegsjahren 1939/40 und 1944/45. Damals lag ich wegen meiner Nähe zu Frankreich in der „Roten Zone“, so dass meine Einwohner zweimal evakuiert wurden. Am Ende des Krieges war ich zu fast 80 % zerstört, so dass wertvolle alte Bausubstanz unwiederbringlich verloren war.

 

Seit 1974 bilde ich mit Medelsheim — daher auch unser gemeinsamer Ortsrat und unser gemeinsames Ortswappen — einen Gemeindebezirk in der Gemeinde Gersheim, in der ich mich recht wohl fühle, denn ich bin gut ausgestattet und versorgt.

 

Meine wirtschaftlichen Verhältnisse


Früher war ich fast ein reines Bauerndorf mit ein paar Handwerksbetrieben. Heute wird meine 350 ha große Gemarkung noch von zwei Haupterwerbslandwirten auf Aussiedlerhöfen und von einigen Nebenerwerbslandwirten bewirtschaftet. In der Reitergasse wird eine Töpferei betrieben, von der aus die kunstvollen Waren in der gesamten Bundesrepublik ihren Absatz finden. Ebenfalls in der Reitergasse hat eine kleine Imkerei ihren Standort, die man besuchen kann und deren Honig weit über die Grenzen der Parr hinaus begeht ist. Natürlich kann ich als kleines Dorf nicht alles für die Daseinsfürsorge vorhalten. Deshalb beteiligen sich meine Bürgerinnen und Bürger gerne an den ortsübergreifenden Einrichtungen in anderen Dörfern. Meine Kinder besuchen gemeinsam mit den anderen Kindern der Parr die Kindertagesstätte in Peppenkum und die Medelsheimer Grundschule. In Medelsheim befindet sich auch die Kath. Pfarrkirche „St. Martin“ für die gesamte Parr.

 

Auch in den ortsübergreifenden Vereinen, wie der Sportgemeinschaft Parr, dem Landfrauenverein Parr, dem Krankenpflegeverein Parr und dem Kirchenchor der Parr sind viele meine Bürgerinnen und Bürger aktive und gern gesehene Mitglieder, die sich auch in führenden Positionen betätigen.

 

Meine sozialen und baulichen Aktivitäten


Meine Bürgerinnen und Bürger sind von mir begeistert, wohnen gerne hier und wirken aktiv mit, wenn es um die Verbesserung meiner Lebensqualität geht. Mein Dreh- und Angelpunkt ist das Feuerwehr-Gemeinschaftshaus in der Dorfmitte, das von Mitgliedern meiner Freiwilligen Feuerwehr und meinen Bewohnern nahezu in Eigenleistung errichtet wurde. Darin spielt sich mein kulturelles und soziales Leben im Reigen des Jahres ab.

 

Damit auch meine Jugendlichen einen eigenen Raum für Zusammenkünfte und zum Festefeiern haben, wurde das ehemalige Milchhäuschen, in dem die Bauern früher die Milch ablieferten, ebenfalls durch die Feuerwehrkameraden unter tatkräftiger Mithilfe der jungen Leute hergerichtet, herausgeputzt und funktionsgerecht gestaltet.

 

Wie überhaupt in den letzten Jahren vieles getan wurde, um mich zu verschönern: Die Waschbetonmauern meines Laufbrunnens wurden mit Kalksteinen verkleidet, der Vorplatz mit Naturpflaster ausgelegt, die Einfriedungsmauern am Feuerwehr-Gemeinschaftshaus wurden dorfgerecht gestaltet und dahinter ein kleiner Spielplatz angelegt.

 

Das alte, mit einem Flachdach versehene Buswarte-häuschen aus Beton wurde durch ein kleines gemauertes Gebäude mit Satteldach ersetzt. Eine Bronzetafel auf einem Kalkstein-Findling gibt die wichtigsten Daten meiner Geschichte wieder. Mein kleiner Friedhof mit dem Glockentürmchen ist schmuck und zugleich beschaulich angelegt. An meine Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege wird durch das neu gestaltete Ehrenmal auf dem Friedhof erinnert.

 

Viele der aufgeführten Maßnahmen wurden von meiner rührigen Jagdgenossenschaft gefördert und finanziell unterstützt. Auch freut es mich, dass in meinem reich bebilderten Heimatbüchlein „Seyweiler ein Dorf in der Parr“, herausgegeben in der Reihe der „Gersheimer Hefte“, viel Wissenswertes über mich und meine Familien nachgelesen werden kann und in den beiden Büchern über die Parr meine Geschichte ausführlich dargelegt ist.


Auf meinem Birkenhof erinnert eine sehenswerte und liebevoll gestaltete Ausstellung von Gerätschaften, die früher in der Landwirtschaft zum Einsatz kamen, an meine bäuerliche Vergangenheit.

 

Meine Bau- und meine Grüngestaltung


Viele meiner Häuser und Anlagen wurden in den letzten Jahren ansprechend herausgeputzt und gestaltet — auch ein Zeichen dafür, dass sich meine Bewohner hier wohl fühlen und dazu beitragen wollen, meinen Wohnwert zu erhöhen. Die Grüngestaltung wird zunehmend verbessert: Standort-gerechte Bäume und Sträucher nehmen nach und nach in Vorgärten oder als Hausbäume den Platz von Tannen und Koniferen ein. Auch heute noch unterhalten viele meiner Bewohner Nutzgärten, die sie liebevoll pflegen und hegen und mit den Erzeugnissen sich und ihre Nachbarn und Verwandten versorgen.

 

Meine Landschaft


Gut füge ich mich in die Landschaft ein, wie ein Blick von den verschiedenen Anhöhen zeigt, und meine Bebauung geht harmonisch in die Landschaft über. Dies gilt auch für die außerhalb meiner Ortslage befindliche große Gasmess- und Übergabestation, die durch eine umfassende Eingrünung in die Landschaft eingebunden ist.


Die verschiedenen Wegekreuze auf meiner Gemarkung, die teilweise ein beträchtliches Alter haben, befinden sich alle in einem gepflegten Zustand und zeugen von ländlicher Kunst und Frömmigkeit.

 

Gerne werden meine Wanderwege aufgesucht. Der Saarland-Rundwanderweg verläuft auf meiner Anhöhe von Böckweiler kommend, in Richtung Medelsheim. Von diesem hat man einen einen herrlichen Ausblick über den Bliesgau mit seinen beschaulichen Ortschaften und den lieblichen Streuobstwiesen. Bei klarer Sicht sieht man nicht nur Zweibrücken und Pirmasens, sondern auch den Pfälzer Wald, das Bitscherland und die Vogesen. Viele Wanderer und Naherholungssuchenden stellen ihr Auto auf meinem Wanderparkplatz ab und beginnen von hier ihre Tour, z. B. zu den Überresten des „Alexanderturms“ oder über den Medelsheimer „Kreuz-Rundwanderweg“.

 

Einkehrmöglichkeiten bestehen in den umliegenden Orten, so dass man gut gestärkt und erholt wieder zu mir, Seyweiler, einem Dorf in der Parr, zurückkehren kann.